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Open Source als Fundament für Construct-X

Open Source bis zum Blech: Wie Construct-X den Datenraum der Bauwirtschaft auf einer offenen Cloud-Edge-Basis aufbaut

 

Construct-X entwickelt einen offenen, föderierten Datenraum für die Bauwirtschaft. Damit Daten künftig sicher und souverän zwischen Planung, Fertigung, Baustelle, Logistik und Betrieb ausgetauscht werden können, braucht es mehr als einzelne Anwendungen: erforderlich ist eine gemeinsame technologische Grundlage, die cloudfähig, edgefähig und interoperabel ist.

Deshalb verfolgt Construct-X für seine Test- und Demonstrationsumgebung eine durchgängige Open-Source-Strategie. Sie reicht von Datenraumdiensten auf Basis von Eclipse Tractus-X, Eclipse Dataspace Components (EDC) bis hinunter zur Infrastruktur- und Betriebsebene. Ziel ist kein proprietärer Technologie-Stack, sondern eine offene Architektur, auf der Anwendungen und Datenraumdienste unabhängig von einzelnen Herstellern oder Cloud-Anbietern betrieben werden können.

Ein zentraler Orientierungspunkt ist die 8ra-Referenzarchitektur. Da Construct-X Cloud-Edge-Anwendungsfälle erprobt, etwa für Baustellenszenarien, ESG-Dokumentation, Baufortschrittskontrolle und Logistik, muss die Testumgebung nicht nur zentrale Cloud-Ressourcen, sondern auch Edge-Komponenten einbinden können. 

Technologisch knüpft Construct-X dabei an ApeiroRA und NeoNephos an. ApeiroRA liefert einen Referenzentwurf für ein offenes Cloud-Edge-Continuum; NeoNephos bietet als Teil von Linux Foundation Europe einen neutralen Rahmen für die langfristige gemeinschaftliche Weiterentwicklung entsprechender Open-Source-Projekte. Für Construct-X ist daran besonders relevant, dass Infrastruktur abstrahiert und über standardisierte Schnittstellen nutzbar gemacht wird: Rechenzentrum, Public Cloud und Edge-Hardware können über einen gemeinsamen Architekturansatz zusammenspielen.

Die verbindende Ebene bildet Kubernetes. Über Kubernetes-Cluster können dezentrale Datenraumkomponenten, Anwendungen und föderierte Dienste einheitlich bereitgestellt und betrieben werden. In der ApeiroRA-Architektur übernimmt Gardener die Rolle einer zentralen Kubernetes-Control-Plane zur systemübergreifenden Verwaltung verteilter Kubernetes-Umgebungen. Dadurch lassen sich heterogene Infrastrukturen über einen einheitlichen Mechanismus steuern. Für künftige Baustellen- und Edge-Szenarien ist zudem die Einbindung leichtgewichtiger Kubernetes-Distributionen, wie K3s und K0s, relevant.

Der Open-Source-Ansatz endet nicht beim Einsatz vorhandener Komponenten. Construct-X folgt einem iterativen Vorgehen: Bestehende Tractus-X-Komponenten werden in der Testumgebung deployed, anhand konkreter Use Cases getestet, in einer Gap-Analyse bewertet und bei Bedarf weiterentwickelt. Ergebnisse sollen, wo sinnvoll, in Tractus-X und andere Open-Source-Communities zurückfließen. So entstehen wiederverwendbare Bausteine, die nicht nur Construct-X zugutekommen, sondern auch für weitere europäische Datenrauminitiativen nutzbar werden.

Auf dieser offenen Basis kann zugleich ein vielfältiges kommerzielles Ökosystem entstehen. Kerninfrastruktur und föderierte Dienste bleiben offen, damit Interoperabilität und Anschlussfähigkeit gesichert sind. Darauf können unterschiedliche Anbieter Anwendungen und Services entwickeln, die auf einer gemeinsamen Grundlage konkurrieren und Innovationen auf Anwendungsebene ermöglichen.

So entsteht eine Test- und Demonstrationsumgebung, die den Datenraum der Bauwirtschaft auf eine offene europäische Technologiebasis stellt: anschlussfähig an Tractus-X, kompatibel mit 8ra und vorbereitet auf Cloud-Edge-Szenarien bis hin zur Baustelle. „Open Source bis zum Blech“ meint dabei ausdrücklich auch die Hardwareinfrastruktur: Server, Edge-Komponenten und die darunterliegende Betriebs- und Infrastrukturebene werden als Teil eines offenen Gesamtstacks verstanden. Damit reicht die Offenheit vom Datenraumdienst bis zur physischen Ausführungsumgebung.